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Geschichtliche Schlaglichter

Die Ulmer Geschichte ist geprägt von der Tatkraft, dem Mut, der Entschlossenheit und dem Erfindungsreichtum der Ulmer Bürgerinnen und Bürger. Ihre Leistungen haben über die Jahrhunderte die Stadt zu dem blühenden heutigen Gemeinwesen gemacht.

Jungsteinzeit bis 12. Jahrhundert

von den Anfängen bis zum Mittelalter
Um 2000 v. Chr. Jungsteinzeitliches Dorf an der Westgrenze des heutigen Ulm.
1900 - 1200 v. Chr. In der Bronzezeit entstehen Handelswege und vermutlich ein Flussübergang unterhalb der späteren Stadt.
700 - 300 v. Chr. Allemannische Siedlung auf dem Ulmer Gebiet.
8. Jhdrt. Fränkische Königspfalz im Gebiet des heutigen Weinhofes.
854 Erste urkundliche Erwähnung Ulm als königliche Pfalz. Entstehung der späteren Stadt im Anschluss an die befestigte Pfalz.
1134 Plünderung und Zerstörung durch den Welfenherzog Heinrich den Stolzen von Bayern in den Kämpfen zwischen den Staufern und dem Reich.
1140 Wiederaufbau im erweiterten Umfang durch Konrad III. Befestigung mit Mauer und Graben.
1165 Erhebung zur Stadt unter Friedrich I. Barbarossa.

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Von 1274 bis zum letzten Schwörbrief

13. Jahrhundert bis Mitte des 16. Jahrhunderts
1274 Verleihung des Esslinger Rechts durch König Rudolf von Habsburg.
Ab dem 12. Jahrhundert Ausbau weitreichender Handelsbeziehungen in die Donauländer, nach Frankreich, Italien und in die Schweiz.
Zusammenschluss der Handwerker zu Zünften und Zunahme der Stadtbevölkerung.
1292 Erstmalig werden Bürgermeister und Zunftmeister urkundlich erwähnt.
14. - 15. Jahrhundert Ausdehnung des Handels - Monopol in der Herstellung von Barchent - Tuch (ein flanellartiges Gewebe). Entwicklung des Ulmer Gebietes zum damals größten der deutschen Reichsstädte.
1345

Nach harten, teils blutigen Auseinandersetzungen schließen Zünfte und Patrizier einen Sühnevertrag. Er ist die Grundlage zur Stadtverfassung, die im "Kleinen Schwörbrief" besiegelt wird.

1347

Diese Verfassung wird von Kaiser Karl V. anerkannt.

Der Stadt wird Selbständigkeit in der inneren Verwaltung gewährt.

1348 - 1350 Mehrere Pestepidemien suchen die Stadt heim.
1376 Vergebliche Belagerung der Stadt durch Kaiser Karl IV. und erfolgreiche Verteidigung der Selbständigkeit.
Unter Ulmer Führung schließen sich 14 Reichsstädte zum "Schwäbischen Bund" zusammen.
1377 Nach Sieg der Städte über Ulrich von Württemberg legen die Ulmer am 30.06.1377 den Grundstein für das Ulmer Münster.
1397

Beendigung der inneren Kämpfe durch die endgültige Stadtverfassung, die im "Großen Schwörbrief" niedergelegt wird.

Damit wird den Zünften die Mehrheit im Rat der Stadt eingeräumt.

1405 Weihe des Ulmer Münsters.
1530 Annahme der Reformation, im Geiste Zwinglis, durch Abstsimmung der stimmberechtigten Bürger mit einer Mehrheit von 1621 zu 243.
1531 Der Bildersturm erreicht Ulm. Sechzig Altäre, 12 Kirchen und ca. 30 Kapellen werden abgebrochen. Zerstörung vieler wertvoller Kunstwerke.
Durchführung der Reformation in Stadt um Umland.
1548

Kaiser Karl V. hebt den "Großen Schwörbrief" auf.

Er verbietet die Zünfte. Eine aristokratisch-obrigkeitliche Verfassung wird eingeführt. Katholische Gottesdienste werden wieder erlaubt.

1533-1554 Ulm nähert sich der Lehre Luthers, der Rat der Stadt übernimmt die württembergische Kirchenordnung.
1556 Letzter Schwörbrief

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Vom 16. bis zum 18. Jahrhundert

Besondere Ereigniss im 16. und 18. Jahrhundert
1558 Kaiser Karl V. setzt einen neuen Schwörbrief durch. Die Patrizier erhalten wieder die Mehrheit im Rat. Die Zünfte werden wieder zugelassen.
1569 Katholiken dürfen, obrigkeitsüberwacht, nur noch in der Deutschhaus-Kirche und im Augustinerstift Gottesdienste feiern.
1570 Regelmäßige Donauschifffahrt von Ulm nach Wien. Flache Schiffe, die sogenannten "Ulmer Schachteln", werden entwickelt und lösen die bis dahin gebräuchlichen Flöße ab.

16. /17.

Jahrhundert

Durch die Entdeckung Amerikas entwickeln sich neue Handelswege, die Niederlande und die Hanse treten in den Vordergrund.

Ulms wirtschaftliche Bedeutung beginnt zu welken.

1617 - 1621 Ulm erhält eine Festungsanlage nach niederländischem Vorbild.
1618 - 1648

Vielfache Belagerung der Stadt im Dreißigjährigen Krieg. Durchzug von Truppen und Plünderungen des Umlandes.

Stadtflucht der Landbevölkerung und Vernichtung des Ulmer Wohlstandes.

Zwischen 1620 und 1648 nimmt die Einwohnerzahl von 22.000 auf 13.000 Bürger ab.

1702 - 1704

Die Stadt fällt in bayerische Hände und bleibt bis 1704 in bayerisch - französischer Hand.
5000 Franzosen halten die Stadt besetzt. 32 mal wird Vermögenssteuer eingezogen, die französischen Truppen verlangen 400.000 Gulden an Kontribution.

3200 Menschen sterben an Seuchen.

1771 - 1773

Ulms Stadtverschuldung beträgt geschätzte 2 - 11 Millionen Gulden.

107 Geschütze und die Herrschaft Wain werden verkauft.

Der Kaiser befiehlt einen Schuldtilgungsplan.

1796 Österreichische Truppen ziehen in die Stadt ein.
1800 Die Stadt wird von den Österreichern geräumt und französische Truppen besetzen wieder die Stadt.
Bis dahin mussten 10.000 Mann von 12.000 Ulmer Bürgern verpflegt und untergebracht werden.
Die nachrückenden Franzosen beginnen sofort damit, die Festung zu schleifen.

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Ulm im 19. Jahrhundert

Besondere Ereignisse im 19. Jahrhundert
1802 Ende der freien Reichsstadt
1810 Ulm wird württembergische Grenzstadt.
1811

König Friedrich von Württemberg ernennt Ulm zur "guten Stadt" und stiftet bei seinem Besuch die "Friedrichsau", den heute noch beliebten Stadtpark an der Donau.
Albrecht Ludwig Berblinger wagt für den König einen Flugversuch über die Donau. Dieser Versuch misslingt. Der Flugpionier wird (bis heute gebräuchlich) spöttisch gerne als "Der Schneider von Ulm" bezeichnet.

1824 Die Industrie entwickelt sich in Ulm allmählich, eine erste Dampfmaschine wird aufgestellt.
1828 Die Zollschranken nach Bayern fallen, eine neue Donaubrücke wird gebaut.
1839 Auf der Donau wird der erste Raddampfer eingesetzt.
1847 Bürgerkrawalle auf Grund einer Lebensmittelknappheit und hoher Brotpreise. Dabei wird die Langmühle geplündert.
1848

Revolutionäre Unruhen, Bürgerversammlungen.

Das Militär sprengt eine Versammlung im "Schiff" unter blutigen Opfern.

1850 Ulm wird an das Eisenbahnnetz angeschlossen.
1859 Die Bundesfestung entsteht.
1869 Neu-Ulm wird Stadt.
1894 Die Stadt beginnt mit einem Programm zur Schaffung von Wohnraum für sozial schwache Menschen.
1897 Eine erste Straßenbahn fährt durch Ulm.

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Ulm im 20. Jahrhundert

Besondere Ereignisse im zwanzigsten Jahrhundert
1900 Entstehung größerer Industrieansiedelungen aus dem Gewerbe.
1914 - 1918 Der erste Weltkrieg stürzt Stadt und Bürger in große Not. Die Arbeiten am Münster werden eingestellt.
1933 Machtübernahme durch die Nationalsozialisten. Absetzung des Oberbürgermeisters Dr. Schwamberger. Der Gemeinderat als kommunale, demokratische Legislative wird aufgelöst.
1938 In der reichsweiten Nacht der Progrome gegen jüdische Bürger wird die Ulmer Synagoge ein Opfer der Brandstifter.
Ulm wird durch die Kreisreform zum Stadtkreis.
1939 -1945 Der zweite Weltkrieg wütet und fordert blutige Menschenopfer bei der Zivilbevölkerung und der Garnison.
1944 - 1945 Bei schweren Luftangriffen wrden 73 % der Gebäude in Ulm zerstört. Das Münster übersteht Bomben und Feuersturm fast ohne Schäden.
1945 Der Wiederaufbau beginnt. 16.000 Wohnungen entstehen innerhalb der nächsten 15 Jahre. Neue Stadtteile entstehen. Ulm wird kultureller und wirtschaftlicher Mittelpunkt im Ostteil des Landes.
1947 Erstmalig wird wieder ein demokratischer Gemeinderat gewählt.
1955 Einweihung der Hochschule für Gestaltung - Lehrbetrieb bis 1968.
1958 Ulm wird Sitz einer staatlichen Ingenieurschule (1972 Fachhochschule).
1964 Ulm erhält eine Medizinisch - Naturwissenschaftliche Universität.
1967 Gründung der Universität. Bundeswehr beteiligt sich mit 250 Betten an der Universitätsklinik und plant ein eigenes, neues Bundeswehrkrankenhaus.
1968 Bundeswehr unterstützt die Universitätsklinik mit weiterem Personal und führt den Rettungshubschrauber ein.
1974 - 1979 Das neue Bundeswehrkrankenhaus wird auf dem Oberen Eselsberg gebaut.
1973 Ulm gehört nun zum Regierungsbezirk Südwürttemberg
1980 Ulm und Neu-Ulm gründen eine gemeinsame Gesellschaft zur Energieversorgung und für den Nahverkehr.

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Stand vom: 07.03.2008 | Autor:

http://www.bundeswehrkrankenhaus-ulm.de/portal/a/ulm